Ich sags lieber gleich vornweg, eh am Ende wieder genörgelt und gequengelt wird: Dies wird kein typischer SEO-Post, bisschen themenfremd vielleicht, aber doch interessant als solches. Und leider auch nur vermutete Schlüsse, die man ziehen kann.
Worum geht’s eigentlich? Die EU-Kommission will das Versenden von SMS im europäischen Ausland ab dem kommenden Jahr deutlich verbilligen, genau genommen sollen sie sogar nur noch max. 11 Cent kosten. Damit liegen die Preise dann recht deutlich unter dem, was eine SMS so im Schnitt im Inland kostet, nämlich 19 bis 20 Cent (jetzt mal ohne Pakettarife oder Frei-SMS oder ähnlichen Firlefanz). Bisher kostet eine Auslands-SMS im Schnitt 29 Cent. O2 reagierte bereits auf die Forderung. Eine SMS von England nach Deutschland kostete bisher für Vertragskunden 39 Cent, ab Februar soll sie nur noch 29 Cent kosten. Auch bei Datentarifen und beim Versand von MMS soll es eine Deckelung geben.

Der von der EU geforderte Einschnitt ist recht drastisch, da die Preise für Roaming bereits im Jahr 2007 um 60 Prozent gefallen worden sind. Doch anscheinend reicht das noch nicht, denn auch die Telefongebühren im Ausland sollen um weitere 30 Prozent gesenkt werden und bis 2013 auch weiter reguliert werden, bis ein eigener Anruf aus dem Ausland max. 34 Cent kostet.

Dass die Mobilfunkbetreiber nicht sonderlich begeistert sind, kann man sich wohl denken. Am geringsten betroffen sind noch Mobilfunkanbieter wie Vodafone, die über ein eigenes weltweites Netz verfügen. Dennoch musste auch Vodafone trotz des Gesamtumsatzes von 3,9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2008 einen Rückgang um 5,7 Prozent hinnehmen, den sie u.a. auf die rückläufigen Einnahmen aus Auslandstelefonaten zurückführen. Die kleineren Mobilfunkanbieter stehen dagegen schlechter da, da sie ihre Kosten nur über den Endverbraucher abwälzen können. Zwei unterschiedliche Positionen, die zur Folge haben, dass sich die Mobilfunkanbieter auch nicht auf eine gemeinsame Linie gegenüber der EU-Kommission einigen können. Immerhin erwirtschaften die Mobilfunkbetreiber mit den Roaming-Gebühren mehr als zehn Prozent ihrer Einkünfte, was ziemlich ins Gewicht fällt, wenn es auf einmal wegbricht.

Tja, was tut man, wenn die Einnahmen sinken und man den Gewinn gleichhalten will? Richtig, man versucht die Kosten zu senken. Oder andere Einnahmen zu erhöhen. Das hätte entweder zur Folge, dass Preissenkungen bei anderen Diensten eingefroren werden oder andere Dienste direkt teurer werden könnten. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich, da gerade doch im Mobilfunkbereich ein Preiskampf herrscht, dem sich keiner entziehen wird. Schon gar nicht, wenn sich für einige Anbieter wie Vodafone die Kosten in Grenzen halten und sie weiter mit niedrigen Preisen locken werden.

Also bleibt nur noch der Ausweg, die eigenen Ausgaben zu reduzieren. Man erspart sich also u.U. Innovation und Investition und ergreift drastische Sparmaßnahmen. Dazu könnte auch gehören, dass man die Ausgaben für Marketing reduziert. Affiliate-Marketing könnte also auch betroffen sein und damit die Einnahmen der vielen vielen Affiliates, die sich bis jetzt mit der Telekommunikation eine „goldene Nase“ verdient haben. Leider Gottes halten sich die Anbieter mit Zahlen sehr bedeckt, weshalb man kaum rausbekommt, wer wie viel für Online-Marketing ausgibt und wer wie viel durch Roaming etc. einnimmt, weshalb genaue Prognosen kaum möglich sind. Dennoch bleibt es spannend, diesen Bereich zu beobachten. Das einzige, auf was man sich wohl weiter verlassen kann: Vodafone ist geil ;-) .

Author: Seopatra - Categories: TaT - Tags:
One Comment

1 Kommentar

  1. Wenn ich’s nicht besser wüsste, könnte man meinen, du würdest von Vodafone bezahlt :-) . Nein, natürlich nicht. Interessanter Denkansatz, man müsste wirklich mal beobachten, ob in absehbarer Zeit die Affiliate-Provisionen tatsächlich sinken.

    Kommentar von Ron — 7. Oktober 2008 @ 10:32

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